Meine Brescia Tipps für Städtereisende

Die zweitgrößte Stadt der Lombardei ist unter Städtereisenden noch nicht wirklich bekannt. Zum Glück! Was man dort alles entdecken kann und welche Brescia Tipps ich für euch habe, verrate ich in diesem Beitrag.

Das sind meine Brescia Tipps

Ich war wirklich sehr gespannt auf Brescia, denn ich hatte von der Stadt zwar schon einmal gehört, aber ansonsten war mein Wissen sehr begrenzt. Auch im Freundes- und Bekanntenkreis war die Standardreaktion: „Aha. Und wo liegt Brescia nochmal?“.

Wo die Stadt liegt, hatte ich natürlich vorab herausgefunden, genauso welche Sehenswürdigkeiten es in Brescia zu entdecken gibt. Als ich dann aber morgens aus dem Nachtzug stieg, war ich noch zu müde für kulturelle Sehenswürdigkeiten und suchte mir erst mal eine typische italienische Bar für einen Espresso und ein „dolce“.

Erste Erkundungstour durchs morgendliche Brescia

Nachdem ich mich gestärkt hatte und auch meinen Koffer in der Unterkunft losgeworden war, machte ich mich auf zu einer kleinen Erkundungstour. Die Läden öffneten gerade erst, die Einwohner der Stadt (Brescianer?) waren auf dem Weg zur Arbeit und ich ließ mich einfach mal treiben.

Ich spazierte über große Piazzas, entlang kleiner Boutiquen, vorbei an beeindruckenden Kirchen und römischen Ausgrabungen. Was zum Glück fehlte? Die Souvenirläden, die Restaurants mit Bildern auf ihren Speisekarten und Scharen an Touristen. Brescia ist einfach eine nette und vor allem herrlich umtouristische Stadt, in der man sich gleich wohlfühlt!

Der alte und der neue Dom an der Piazza Paolo VI

Die kulturellen Highlights von Brescia

Kulturinteressierte kommen in Brescia definitiv auf ihre Kosten, denn die Stadt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. In Brescia findet ihr die größten archäologischen Ausgrabungen der römischen Zeit in ganz Norditalien. Das kling nicht nach wenig und so habe auch ich mir eine Portion Kultur gegönnt.

Der schönste Platz von Brescia, die Piazza della Loggia

Museo di Santa Giulia

Den ersten Stopp machte ich im Museo di Santa Giulia. In dem ehemaligen Kloster wird die ca. 3.000 Jahre alte Geschichte Brescias und der Region auf 14.000 qm beeindruckend dargestellt. Hier kann man echt Stunden verbringen und ich kann einen Besuch nur empfehlen!

Das Capitolium

Nur wenige Gehminuten vom Museo di Santa Giulia entfernt befindet sich das Capitolium. Der Tempel wurde 73 n. Chr. von Kaiser Vespasian eingeweiht und diente zur Huldigung der Götter Jupiter, Juno und Minerva. Nachdem das Capitolium im Mittelalter komplett verschüttet und in Vergessenheit geraten war, wurde es im 19. Jahrhundert wiederentdeckt und rekonstruiert.

Das Capitolium

Die Burg von Brescia

Einen herrlichen Blick über Brescia genießt ihr von der Burg, die sich auf dem Hügel Cidneo befindet. Allein der Weg dorthin lohnt sich, denn dieser führt durch die hübschen Gassen der Altstadt.

Blick von der Burg auf Brescia

Die Burg wurde eins von den Visconti errichtet und ist heute von einem kleinen hübschen Park umgeben. Mir hat vor allem der Blick auf Brescia gefallen – und dank der zahlreichen Bänke, kann man hier auch gut ein kleines Päuschen einlegen und die Aussicht genießen.

Brescia Tipps: Slow Food genießen

Bei meiner Recherche über Brescia bin ich natürlich auch auf das Thema Slow Food gestoßen. Slow Food ist eine in Italien gegründete internationale Gemeinschaft, die die lokalen Lebensmittelproduzenten fördern und unterstützen möchte.

Casoncelli in Salbeibutter – köstlich!

In Brescia fand jahrelang ein Slow Food Festival statt – das Bewusstsein für die Bewegung ist also vorhanden – und so gibt hier auch einige Restaurants, die nach den Grundsätzen der Slow Food Bewegung handeln. Eins davon ist das Restaurant „El Licinsì di Kilometri Zero„. Es wird von dem Ehepaar Gabriella und Dario geführt, die ursprünglich eigentlich nur einen Gemüseladen öffnen wollten. 2016 wurde ebendieser aber um ein Restaurant erweitert.

Regionale Köstlichkeiten im El Licinsì di Kilometri Zero

Im Laden verkaufen sie saisonales, regionales und qualitativ hochwertiges Obst und Gemüse sowie Käse, Wurst und Wein. Die Produkte verarbeiten sie in ihrem Restaurant zu köstlichen Gerichten. Das Ziel des Paares ist es, dass alle Produkte so wenige Kilometer wie nötig zurücklegen, bis sie in ihrem Laden bzw. im Restaurant landen.

Butterzartes Rindfleisch auf Polenta – ein Traum!

Ein super Konzept, das ich natürlich testen musste. Das Restaurant ist klein und gemütlich und mit recycleten Möbeln eingerichtet. Zum Essen gönnte ich mir Casoncelli, eine regionale Art von Tortellini, und zur Hauptspeise ein butterzartes Rindfleisch auf Polenta. Beides war unglaublich köstlich und ich hätte gerne auch noch die Nachspeisen probiert, aber es passt leider nichts mehr rein 🙂

Brescia mit dem Gardasee kombinieren

Brescia ist nur ca. 30 km vom Gardasee entfernt, Grund genug, auch dem See einen Besuch abzustatten. Und auch hier kann man gut auf das Auto verzichten. Von Brescia fährt regelmäßig ein Zug nach Desenzano del Garda. Die Fahrt dauert ca. 15 Minuten und kostet €3,30. Mein Ticket habe ich direkt am Bahnhof von Brescia gekauft.

Mit dem Carsharing Dienst e-way die Region erkunden

Wer in Desenzano bleiben möchte, kommt als gehfreudiger Mensch auch hier ohne Auto aus. Wer doch mal ein Auto benötigt, kann sich beim Carsharing Dienst „e-way“ elektrische Scooter, Autos oder Vans mieten. Ein Auto für zwei Tage kostet €90 und für eine Woche €135. Beachtlich ist, dass pro Tag 100 km inklusive sind. Das kannte ich von deutschen Carsharing Diensten nicht so.

Brescia Tipps: Mit einem Car Sharing Auto den nahegelegenen Gardasee erkunden

In Desenzano befindet sich eine Mietstation nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Wer sich ein Auto mieten möchte, muss sich vorher jedoch die App herunterladen und seinen Führerschein verifizieren lassen. Die mindest Mietdauer sind 24 Stunden, somit konnte ich die Autos leider nicht ausprobieren, denn am Abend ging es für mich schon wieder zurück nach München.

Mein Fazit von Brescia

Mein Fazit von Brescia: Die Stadt lohnt sich! Wer Lust auf eine herrlich umtouristische schöne Stadt hat, wo man sich entspannt von Piazza zu Piazza und Boutique zu Boutique treiben lassen kann, der sollte sich Brescia einmal genauer ansehen.

Zugegeben, die Stadt bietet jetzt nicht die Menge an Highlights, wie Rom oder Venedig, dafür genießt man aber hier auch authentisches italienisches Flair, ohne Massen an Touristen. Wie beschrieben lässt sich Brescia auch gut mit dem Gardasee kombinieren – und das ganz ohne Auto!

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